Fakten
Behauptet wird viel über das Schwimmen.   Hier ein
paar nüchterne Fakten über die nasse Fortbewegung.
Grundlage meiner "Behauptungen" ist die Praxis mit
mehr als 6000, oft untalentierten, Schwimmschülern.

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von Besser-Schwimmen.de?


  • Schwimmen ist laut Umfragen in der Bevölkerung immer noch die beliebteste selbst ausgeübte Sportart und schlägt damit sogar Fußball um Längen.


  • Das orthopädische Verletzungsrisiko ist beim Schwimmen grundsätzlich sehr gering. Leider gibt es erstaunlich oft Kopfverletzungen durch Zusammenstöße oder Springen.


  • Eine gute Körperstatik wirkt sich beim Schwimmen mehr auf das Schwimmtempo aus als die Zugtechnik und die Leistungsfähigkeit (Trainingszustand) zusammen!


  • Schwimmen ist bewegungstechnisch und trainingsmethodisch ziemlich einzigartig. Vergleiche mit anderen Sportarten hinken fast immer auch wenn sie teilweise schon sehr populär geworden sind. Manche Vergleiche sind sogar völlig naiv: Wer das Landsäugetier Mensch mit Wasserlebewesen oder sogar mit Booten vergleicht, täuscht sich gewaltig. Der Mensch ist weder ein Wassertier noch ein Wasserverkehrsmittel!!!


  • Das Sprichwort "Unwissen verbreitet sich schneller als Wissen, schneller sind nur Gerüchte", trifft leider auch auf das Schwimmen zu. Hier sollte man aber besser von Halbwissen sprechen, denn vieles beruhte urspünglich auf einer wahren Idee. Ein Beispiel: Es gibt beim Kraulschwimmen keine "Gleitphase", auch wenn viele davon reden. Kraulen ist eine Wechselzug-Schwimmstilart mit recht kontinuierlichem Antrieb. Geglitten wird nur bei manchen (durchaus sinnvollen) Stilübungen für das Kraulschwimmen.


  • Die größten Hindernisse in der Weiterentwicklung fortgeschrittener Kraulschwimmer sind jenes "Gleiten" und auch das übertriebene "Strecken". Wer sich durch extreme Verrenkungen im Wasser destabilisiert oder durch Totliegen Zeit verliert, kann nicht mehr schneller werden, auch wenn manche Trainer ihre Schüler immer mehr in diese Richtung drängen.


  • Spezifisches Kraftausdauertraining mit Bremswiderständen am Körper oder simples Einarm-Kraulen sind mindestens doppelt so effizient wie das beliebte Paddles-Schwimmen. Beim Paddles-Schwimmen werden durch falsche Anwendung und abgefälschte Technik die Leistungsverbesserungen oftmals wieder völlig aufgehoben.


  • Das Wasserfassen ist die wichtigste Komponente in der fortgeschrittenen Stilschulung bei allen Schwimmstilarten. Kurioserweise gibt es beim Kraul, Brust und Delfin eine kurze Phase mit annähernd gleicher Art das Wasser zu fassen.


  • Mehr als 98 % der Kraulschwimmen vergeuden ihr Potenzial das Wasser zu fassen indem sie sich nach vorn überstrecken und steif machen, statt im Ellenbogen beweglich zu bleiben. Die Hauptursache ist die verbreitete Halbwahrheit vom "nach vorne Langmachen". Sie sabotiert die Entwicklung eines effizienten Kraulstils zuverlässig, sobald ein mittleres Niveau erreicht wurde.


  • Flexibilitätsübungen für das Sprunggelenk bringen für das Kraul- und Rückenschwimmen mehr als eine gezielte Flexibilisierung des Schultergürtels (was man aber auch tun sollte).


  • Das Zugtempo, die Richtung des Abdrucks und der richtige Krafteinsatz zum richtigen Zeitpunkt, sind entscheidend für einen effizienten Armzug, werden aber im heutigen Unterricht leider viel zu wenig beachtet. Sie stellen praktisch so etwas wie die vierte, fünfte und sechste Dimension beim Schwimmen dar.


  • Einiges an "Fachvokabular" beim Schwimmen ist äußerst irritierend, weil es von der üblichen Sprachauffassung her eigentlich falsch ist. Die Rückholphase beispielsweise beschreibt das Vorbringen der Arme und sollte besser als Entlastungsphase bezeichnet werden. Zugphase suggeriert, dass man im Wasser sofort ziehen soll, was meist ein Fehler ist. Oft wird von einer Gleitphase im Kraulschwimmen gesprochen, die es in den Wechselzug-Schwimmstilen definitiv nicht gibt. Das Populuärwissen über das Kraulschwimmen wird somit immer mehr zu Phasendrescherei, es werden Phasen gesehen wo es keine gibt und somit vom Kraulschwimmen als Gesamtbewegung abgelenkt.