Projekt
Biathlon für Jedermann
   
Letzte Aktualisierung: 11.04.2005

Leicht-Biathlon -
eine günstige Biathlonvariante für Jedermann

Leicht-Biathlon besteht aus Kurzwaffen-Schießen (Pistole) und Laufen.
Der beschriebene Soft-Biathlon ist eine Variante des Leicht-Biathlons.
Dabei wird ausdrücklich nur mit Softair-Pistolen (ab 14 Jahren) geschossen.
Vielen Dank an den Projekt-Sponsor Softair Shop bei www.softairwelt.de

Regeln  |  Ausrüstung  |  Sponsor  |  erste Versuche  |  erster Outdoor-Test  |  Waffenvergleichstest  |  weitere Erfahrungen & Tipps

Einleitung
Der klassische Biathlon besteht aus Kleinkaliber-Gewehr schießen und Skilanglauf. Die Ursprünge des Biathlon gehen auf das Militär zurück. Der besondere Reiz liegt in der Kombination aus einer anstrengenden Ausdauersportart mit einer Ruhe fordernden Geschicklichkeits-Sportart. Fitness, Körperbeherrschung und mentale Anforderungen werden beim Biathlon auf ganz ungewöhnliche Weise gefordert.
Anders als beim Sommer-Biathlon, der aus Laufen und Luftgewehrschießen besteht, wird beim Leicht-Biathlon eine leichte Pistole benutzt.
Zur weiteren Vereinfachung werden in der Variante "Soft-Biathlon" nur waffenscheinfreie Softair-Pistolen oder Lichtwaffen zugelassen, die als Spielzeug gelten und daher überall getragen werden dürfen. Auch wird auch das liegende Schießen zur Vereinfachung ganz verzichtet.
In Kürze wird voraussichtlich als weitere Variante des Leicht-Biathlons der Licht-Biathlon ("Light-Biathlon") entwickelt, bei dem Licht-Waffen eingesetzt werden.

Ziel des Projektes ist es diese Grundidee auf eine leicht praktizierbare Breitensportart zu übertragen. Die notwendige "technische Abrüstung" macht gegenüber dem klassischen Biathlon einige grundsätzliche Änderungen notwendig. Im Vordergrund stehen dabei unproblematische und einfache Durchführbarkeit, niedrige "Hemmschwelle" für Einsteiger und niedrige Kosten.

Grundsätzliche Anforderungen und Änderungen gegenüber dem klassischen Biathlon

Vorläufige Regeln für Leicht-Biathlon (Anpassungen werden im Verlauf des Projektes vorgenommen)

Bezeichnung
Die Bezeichung "Leicht-Biathlon" soll als Oberbegriff für die Biathlonvariante aus Laufen und Schießen mit leichten Kurzwaffen sein. Die beschriebenen Abläufe können als Regeln für diesen Sport-Wettkampf genommen werden. Die hier detaillierter erwähnte Variante des Leicht-Biathlons wird im Folgenden als Soft-Biathlon bezeichnet und soll ausdrücken, dass hier mit Softair-Pistolen geschossen wird.

Parcours

Schema des Parcouraufbaus

Wettkampfdistanzen und Modi
Vorerst werden eine Sprint- und eine Standarddistanz erprobt.
Geschossen wird immer zuerst eine Serie beidhändig, dann einhändig (ggf. nochmals beidhändig/einhändig) jeweils 5 mal. Das Laufen ist als Wendepunktstrecke oder Rundkurs zu absolvieren.
Die Distanz der Strafrunde beträgt (vorerst) 80 m.

Standarddistanz über 8 km: 5 mal Laufen (je 1600 m) 4 mal Schießen (20 Schuss).
Sprintdistanz über 4 km: 3 mal Laufen (je 1333 m) 2 mal Schießen (10 Schuss).
Die Laufstrecke darf bei schwierigen Bedingungen um 5 oder 10 % gekürzt werden (im Protokoll vermerken).
Es dürfen nur ebenso viele Schüsse abgegeben werden, wie Ziele vorhanden sind, wobei Leerschüsse, die durch Ladehemmungen bedingt sind, nicht zählen und wiederholt werden dürfen. Ein Magazinwechsel oder Nachladen ist freigestellt (Magazine und Kugeln müssen mitgeführt werden).
Einsteiger dürfen aus geringeren Distanzen auf die Ziele schießen. In Wettkämpfen werden die Einsteiger separat gewertet. Das Mindestalter der Teilnehmer beträgt 14 Jahre. Minderjährige müssen zur Teilnahme an Wettkämpfen die Erlaubnis des Erziehungsberichungten vorweisen.

Wettkampfprotokoll
Die Ergebnisse werden im Wettkampfportokoll dokumentiert. Dort muss der genaue Austragungsmodus aufgeführt sein. Ebenso werden dort unbedingt die Gesamtzeiten und die Zahl der Fehlschüsse (=Strafrunden) in der tatsächlichen Reihenfolge aufgeführt. Zwischenzeiten sind wünschenswert, aber werden als nicht verbindlich angesehen. Wie eine Bewertung in Altersklassen aussehen wird, soll sich aus der Praxis ergeben. Es spricht grundsätzlich auch nichts gegen einen Korrekturfaktor der jedem Jahrgang zugeordnet wird, damit alle Teilnehmer unter gleichen Bedingungen in eine Wertung fallen können.

Schießdistanz und Zielgrößen
Vorerst wird mit folgendem Ziel experimentiert: 6 cm-Rundziele auf Papierscheiben in einem Kugelfang.
Die Schießdistanz beträgt vorerst für das beidhändige Schießen 4,00 m und 3,00 m für das einhändige Schießen. Es ist denkbar, dass je nach Können und Gegebenheiten, Varianten von 2,50 + 1,00 m, 3,00 + 1,00 m, 3,50 + 1,00 m und 4,00 + 1,00 m durchgeführt werden. Schießdistanzen über 5 m scheinen mit Softair-Pistolen nicht praxisgerecht zu sein.
Eine erste Idee kniendes Schießen mit aufzunehmen wurde durch das beidhändige Schießen ersetzt.
Für Anfänger können die Schießdistanzen verringert werden.
Hier gibt es Vorlagen für Zielscheiben zum Download:
6 cm-Biathlon-Trainingsziel    lineares 14 cm-Trainings-Ziel    spezielles degressives 9 cm-Softair-Ziel

Ausrüstung
Waffe: Es sind nur sogenannte Softair-Pistolen (andere Bezeichnung: Softgun oder Airsoft) mit Federdrucktechnik (manuelles Repetieren erforderlich) mit einer Mündungsenergie unter 0,5 Joule zugelassen. Das Kaliber beträgt maximal 6 mm. Automatikwaffen sind nicht zugelassen. Eine maximale Waffenlänge ist nicht vorgeschrieben, die Waffe muss jedoch frei gehalten werden. Es sind keine Licht-Zielhilfen erlaubt. Die Waffe muss einen Sicherungshebel besitzen oder das Magazin muss beim Transport entfernt werden. Das Gewicht ist freigestellt. Die Griffschalen dürfen verändert werden, jedoch darf keine Abstützung zum Handgelenk oder an andere Körperstellen vorhanden sein. Beschweren der Waffen mit Gewichten ist erlaubt, erleichtern nur, wenn die Sicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird.
Ob bestimmte Waffen(-typen), trotz Erfüllen der genannten Eigenschaften, verboten werden, wird die Praxis zeigen.
Eine sinnvolle Empfehlung ist sicher eine Magazinkapazität von mindestens 10 Schuss für die Sprint-Distanz und mindestens 20 Schuss für die Standard-Distanz. In Zukunft werden mit zunehmender Praxiserfahrung höchstwahrscheinlich hilfreiche Empfehlungen ausgesprochen, die nicht in die Regeln einfließen. Theoretisch scheinen folgende Empfehlungen sinnvoll zu sein (Praxiserbrobung steht noch aus, Korrekturen folgen sicher):
- kompakte Waffen (geringe Länge) dürften beim Transport und in der Handhabung Vorteile haben.
- ein Waffengewicht von 400 bis 600 Gramm dürfte ein guter Kompromiss sein.
- eine Magazinkapazität von mindestens 20-Schuss ist sinnvoll für größtmögliche Flexibilität, schränkt aber die Auswahl der Waffen erheblich ein (auf maximal ein Drittel des Angebots). Ein Magazinwechsel ist im Wettkampf jedoch beliebig häufig erlaubt.
- die Waffe sollte relativ leicht zu repetieren sein, da schweißnasse Hände erschwerte Bedingungen darstellen.
- Hop-Up-Systeme erzeugen eine leichte Streuung und sind daher beim spotlichen Schießen eher von Nachteil.
Munition: Eine erste Idee bei der Farbmuniton mit geeigneten Zielen verwendet werden sollte, wurde verworfen, da die Farbkugeln zu ungenau sind. Vorschriften für das Gewicht der Munition sind nicht vorgesehen. Bei Wettkämpfen im Freien könnte vorgeschrieben werden, mit biologisch abbaubarer Muniton zu schießen, wenn die gebrauchten Geschosse nach dem Schießen nicht überwiegend aufgesammelt werden können oder wenn kein Kugelfang verwendet wird. Das wird aber in der Praxis noch geprüft und könnte an der Präzision der Bio-Munition scheitern.
Schutzbrille: Es ist Pflicht, spätestens beim Betreten der Schießzone eine Augenschutzbrille gegen Querschläger anzulegen. Diese muss beim Laufen mitgefürt werden.

Umgang mit der Waffe (Tragen, Deponieren und Handhabung): Es steht noch offen, ob die Waffen beim Laufen obligatorisch mitgeführt werden müssen oder ob sie in der Schießzone deponiert werden. Möglicherweise werden, je nach räumlichen Gegebenheiten beide Optionen möglich sein. Es werden dann aber beide Möglichkeiten nicht zur Auswahl angeboten, sondern es gilt immer für alle Teilnemher das Gleiche. Im Falle des Mitführens, muss die Waffe in jedem Fall in einem geeigneten Holster am Oberschenkel, Oberarm oder Rumpf des Sportlers transportiert werden. Das Tragen der Waffe in der Hand ist beim Laufen verboten. Das Holster muss eine Sicherung gegen Herausfallen aufweisen. Diese Sicherung, wie auch die Sicherung der Waffe muss vor dem Verlassen der Schießzone arretiert werden. Die Sicherungen dürfen erst nach dem Wiederbetreten der Schießzone entfernt werden. Waffen ohne Sicherung dürfen verwendet werden, wenn das Magazin außerhalb der Schießzone entfernt wird. Auch im Lauf darf sich dann keine Kugel befinden.

Punkte die noch unklar sind oder noch in der Praxis erprobt werden müssen
Im Freien evtl. eine Windhose aufhängen?
Sind die Zielgrößen und Schießdistanzen sinnvoll? (ca. 60 % sollten im Wettkampf ereichbar sein.)
Welche Waffen hat mit welcher Munition die geringste Streuung?
Könnten Klapp-Ziele (wie beim "richtigen" Biathlon) besser geeignet sein?
Sind die Distanzen der Laufrunden/Strafrunden angemessen?
Ist das Verhältnis von Laufstrecke zur Schussanzahl ausgewogen?
Die Bezeichnung Soft-Biathlon wäre wegen der Softair-Pistolen passend, klingt aber nicht besonders "griffig" ("Weicheier", die diesen Sport betreiben...)




Erste Versuche
Bevor ich überhaupt die praktischen Bedingungen Einschätzen konnte, habe ich einige grundlegende Versuche vorangestellt. Eine billige Softair-Pistole stand mir zu diesem Zweck zur Verfügung und musste zur Abgrenzung bestimmter Rahmenbedingungen zunächst ausreichen. Die Pistole war ein chinesisches Produkt mit der Bezeichnung "P193A Sturdy Gun" und war fast unbenutzt. Eine angebaute Lichtpunkt-Zielhilfe wurde sofort demontiert. Ich muss gleich anmerken, dass die Waffe unmittelbar nach dem Test durch eine Ladehemmung beschädigt wurde.
Technische Daten der Waffe:
Gewicht: 180 g mit geladenem Magazin (11 Kugeln), mit Lichtpunkt-Zielhilfe 201 g (inzwischen demontiert)
Länge: 184 mm
Mündungsenergie: Vermutlich sehr gering, da eine 6-mm-Kugel in einer Polystyrol-Verpackung nur eine Delle von 4 mm Tiefe hinterlässt. Als Schutzmaßnahme ist trotzdem eine Brille erfordlich, da immer wieder Querschläger vorkommen (im Gesicht immer noch schmerzhaft, jedoch ohne blaue Prellungen).
Hop-Up: Laut Verpackung, ja.

Präzision: Insgesamt verlief ein erster Präzisionstest ziemlich enttäuschend, da speziell dieses Modell offenbar zu den unpräziseren gehört. Es wurden 200 Schuss aus Entfernungen zwischen 7,50 und 3,00 Metern abgefeuert. Alle Entfernugen über 5,00 m wiesen eine Streuung auf, die auch mit festgestellter Waffe erheblich waren. Freihändig schießen aus dieser Entfernung zeigte keine nachweisbar größere Ungenauigkeit als schießen mit festgestellter Waffe. Als Wettkampfentfernung scheiden daher mit dieser Waffe Entfernungen über 4,50 m aus. Auch auf das vorgesehene kniend Schießen kann (vorerst) verzeichtet werden. Als wettkampftauglich ergaben sich Distanzen zwischen 3 und 4 m.
Auf 3 m konnten in einem Streukreis von 8 cm ca. 85 % der Einschüsse ermittelt werden. Innerhalb 10 cm waren es ca. 92 %. Außerhalb 10 cm lagen Ausreißer mit teilweise erheblichen Abweichungen. Diese Präzision war knapp ausreichend um das Konzept dieser Sportart auf niedrigerem Niveau weiterzuentwickeln. Die Abweichungen wurden durch die schlechte Munition des Waffenherstellers verursacht. Mit der Munition des Projektsponsors konnte die Streuung später etwa halbiert werden. Eine qualitativ hochwertigere Ausrüstung erscheint daher zwingend erforderlich, wenn diese Sportart halbwegs sportlich betrieben werden soll.

Indoor-Testwettkämpfe: Grundsätzlich soll zunächst die Auswirkung hoher körperlihcer Belastung auf die Treffergenauigkeit erprobt werden.
Ein erstes Testdesign eines Indoor-Tests sah wie folgt aus:
  • Drei mal hohe Herz-Kreislaufbelastung (Dauer je 5 Minuten) und zwei mal Schießen in Anlehnung an die Sprintdistanz.
  • Die körperliche Belastung wurde beim ersten Test durch Treppensteigen beim zweiten Test auf einem Fahrradergometer erzeugt.
  • Die Schussentfernung betrug, wegen der geringen Präzision der ersten Testwaffe, nur 3 Meter.
  • Es wurden nur stehend und beidhändig 5 Schüsse und einhändig weiter 5 Schüsse auf ein 8 cm-Ziel abgegeben. (Plastikschraubdeckel.)
  • Eine Strafrunde wurde mit 2 zusätzlichen Stockwerken (30 Stufen, ca. 23 Sekunden) festgelegt.
  • Es fand ein Einschießen mit 20 Schuss und ein Einlaufen (5 Min.) statt.

  • Verlauf und Ergebnisse der Testwettkämpfe:
    Es wurden in beiden Sprintwettkämpfen Belastung-Pulswerte zwsichen 160 und 172 erreicht. Geschossen wurde mit einem Puls zwischen 155 und 135, wobei die Auswirkungen auf die Treffergenauigkeit geringer waren als vermutet. Es wurden jeweils 6 von 10 möglichen Treffern bei jedem Testdurchlauf erzeilt. Durch die kurze Belastungsdauer von ca. 18 Minuten, wird die Anstrengung als sehr hoch empfunden.


    Der erste Outdoor-Test

    Am 6. März 2005 war es so weit - der erste Test im Freien unter Wettkampfbedingungen sollte stattfinden. Munition wurde zuvor zeitaufwändig, aber noch ohne endgültiges Urteil, getestet. An diesem Tag wurden biologisch abbaubare 0,2 g-Kugeln verwendet, die sich als sehr präzise herausgestellt hatten. Die Waffenwahl fiel auf die Beretta. Um ein authentisches Biathlon-Gefühl zu vermitteln baute ich am Vorabend noch eine "Biathlon-Leiste", die in der Praxis hervorragend funktionierte.


    Prototyp: 10 Nägel und ebensoviele 30-mm-Pappscheiben auf einem Brett, ein
    Schaumstoffsteifen gegen Querschläger drangeklebt: fertig ist das Biathlonziel!

    Morgens um 9 Uhr war die Luft mit minus 3 Grad noch bitter kalt, aber die Suche nach einem nicht allzu publikumswirksamen Übungplatz gestaltete sich schnell als erfolgreich. Ein sackgassenähnlicher (immer schlecheter werdender) Waldweg an einer Bahnlinie war meine erste Wahl. Statt einer einfachen Wendepunktstrecke entschied ich mich für einen nur halbso weit entfernten Wendepunkt und lief diese Runde immer zweimal pro Durchgang, damit ich mich nicht zu sehr von der Schießzone entfernen musste. Trotz völliger Legalität mit den Softairwaffen, ist es zumimdest erklärungsbedürftig, wenn man im Wald beim Schießen "erwischt" wird. Das wollte ich gerade bei der Premiere vermeiden.
    Die Streckenmessung führte ich mir einer GPS-Sportuhr durch, würde aber künftig die Messung mit einem statischeren System wie einem Fahradtacho empfehlen. Aufgrund der schwierigen Untergrundes (hart gefrorener Waldboden mit Spurrillen, Glatteis und 3 cm Schnee) kürtze ich die Laufdistanz um 5 % auf 3,8 km. 10 % Kürzung wären im Nachhinein angemesserer gewesen. Die Rundenlänge betrug 1267 Meter, der Wendepunkt war somit nur 317 Meter von der Schießzone entfernt. Die Strafrunde fühte zu einem 40 Meter entfernten Wendepunkt.
    Es ging also los, die Wendepunkte waren markiert und die Grundlininen gezogen (3 m einhändig, 4 m beidhändig). Ich befestigte eine Papierscheibe an einem Baum und schoss mich etwa 10 Schüsse ein. Trotz leichtem Wind, traf die Betetta hervorragend. Die Biathlonleiste klemmte ich zwischen zwei Bäume und steckte die Ziele auf. Die Biathlonleiste besteht aus einem Brettchen das von zehn dünnen Nägeln druchbohrt ist. Auf die überstehenden Nägel habe ich Achtecke aus 1-mm-Pappe gesteckt. Bei Treffern drehen sich die Ziele auf dem Nagel oder verschwinden (meist auf Nimmerwiedersehn) im Wald.
    Dann lief ich mich noch 10 Minuten ein und stand dann nervös am Start. Mein Pulsmessgerät zeigte einen Puls von 85, zumindest körperlich war keine besondere Nervösität nachweisbar.
    In meinem Kopf hallte ein imaginärer Startschuss und los ging's! Die Beretta störte beim Laufen in einer großen Bauchtasche so gut wie gar nicht und blieb damit für den ahnungslosen Beobachter unsichtbar. In der Tasche bleib die Waffe auch auf "Betriebstemperatur". Kunststoff kann bei Kälte unangenehm veränderte Materialeigenschaften an den Tag legen. Meine Hände schützte ich mit leichten Baumwollhandschuhen. Klamme Finger sollen ja bei Schützen gefürchtet sein. Na ja, so kam dann noch etwas echte Biathlon-Atmosphäre auf, mit Schnee und kalten Fingern!
    Der Weg war sehr uneben und kostete viel Konzentation und Kraft. Pro Lauf-Abschnitt waren etwa 8 Höhenmeter zu überwinden. Das Eis war ein weiterer Faktor. Den ersten Laufabschnitt lief ich mit einem Puls von 160, was ich als Startschwierigkeiten interpretiere. Eintrudeln zum ersten Schießen, etwa 150 Meter vorher hatte ich das Lauftempo herausgenommen. Zwischenzeit nehmen und verhalten an die Linie treten, Waffe entsichern spannen und ... Treffer - super. Noch ein Treffer! Ja, so macht Biathlon Spaß. Vorbei, verdammt. Nochmal vorbei. Konzentrier dich! Neu anlegen ... Treffer! Waffe sichern. Uhr abdrücken und auf die Strafrunde. Nicht zu schnell, wie ich das schon oft bei gestressten Biathleten beobachtet hatte.
    Ja, ich werde langsam warm. Aus der zweiten Strafrunde komme ich mit einem Puls von 165 und fühle mich besser als beim Start. Auch die Zeiten deuten auf ein höheres Tempo hin. Es strengt ernom an, aber macht auch enorm Spaß. Wie wird das nächste Schießen verlaufen? Ich nehme mir vor, so ruhig und perfekt wie möglich zu schießen. Da ich mich fit fühle, nehme ich das Tempo vor dem zweiten Schießen später raus, dafür dann aber etwas deutlicher. Erst jetzt fällt mir ein dass ich mit dem einhändigen Schießen begonnen hatte, anders als es die vorläufigen "Regeln" vorschreiben. Egal, dann eben anders herum. Also jetzt beidhändig schießen. Eine Böe wirbelt Schnee auf ich warte einen windstilleren Moment ab. Ich halte erheblich ruhiger als beim ersten Schießen. Und...vorbei - so ein Mist. Nicht aufregen, das bringt nichts! Treffer, wer sagt's denn. Wäre doch schön mit nur einer Strafrunde zu beenden. Nach einem weiteren Treffer gehen aber zwei Schüsse ins Leere - offenbar doch durch den Wind beeinflusst.
    Drei Strafrunden, ich höre formlich die Schmährufe des nicht vorhandenen Publikums. Okay jetzt aber reinhauen. Die Handschuhe bleiben aus und der Puls ist jetzt egal. Nein, nicht ganz, denn ich möchte anschließende noch einem zweiten Sprint-Softbiathlon durchführen. Also nur knapp 95 % geben. Der Puls bleibt bei 170 hängen und bestätigt meine gedämpfte Zurückhaltung.
    Zieldurchlauf und durchatmen. Die Beine brennen, viellicht ist die Tagesform doch nicht so gut? Neue Ziele aufstecken, die Beretta nachladen, kurz den absolvierten Laufschnitt überschlagen - das müsste schneller gehen. Und dabei trotzdem treffen? Bleib realistisch, Junge! Eine typische Biathlonzwickmühle, mein Gott ist das spannend - sogar allein!

    Zweiter Durchgang, diesmal ohne Handschuhe, denn inzwischen ist mir ausreichend warm. "Startschuss" und los! Diesmal schneller, was mir die Zwischenzeiten und der Pulsmesser bestätigen. Bei diesem zweiten Durchgang möchte ich besser sein, aber es auch riskieren Fehler zu machen um zu lernen. Nach einem flotten Lauf, komme ich recht schnel in die Schießzone gelaufen, nur rund 60 Meter austrudeln könnten viellicht zu wenig sein. Auch dieses mal schieße ich in der "verkehrten" Reihenfolge, damit ein möglichst naher Vergleich zum ersten Druchlauf möglich ist. Mein Atem geht schnell beim Anlegen, aber beruhigt sich augenblicklich. Vorbei! Das verstehe ich nicht. Dann ein Treffer und nochmal und weiter bis zum Schluss. Sauber nur eine Strafrunde!
    Das Gleiche oder sogar fehlerfrei beim zweiten Schießen beenden, das wär's doch. Schnell starte ich zum zweiten Laufen. Nach der Strafrunde sehe ich, dass ich erheblich schneller unterwegs bin als zuvor. Puls 170 ist okay, das halte ich ein Weile aus. Ich grübele über die richtige Strategie. Ich liege gut im Rennen, sollte mir also Zeit lassen für ein weiters gutes Schießergebnis. Endlich, das letzte Schießen, Waffe entsichern...ich finde keine Ruhe...neu anlegen...passt, ich halte mehrere Sekunden auf das Ziel und drücke ab. Vorbei! Und nochmal, viermal vorbei, es ist zum Verrückt werden! Dann aber ein Trefer.
    Vier Strafrunden, der ganze Vorsprung hinüber! Nein Unsinn, jetzt kann ich alles geben, die Beine schmerzen, aber ich stelle mir vor, es ginge um den deutschem Meistertitel im Soft-Biathlon. Es macht Spaß zu kämpfen, der Puls schnellt auf 175 hoch, aber es geht noch. Ich stolpere fast durch's Ziel. Puls 183 - volle Härte. Das gibt Muskelkater, denke ich noch und jubele innerlich über diese gelungene Premiere.

    Zum Wettkampfprotokoll der Premiere

    Was aus diesem Testlauf resultiert: Auf das einhändige Schießen könnte verzichtet werden. Beidhändiges Schießen dürfte wettkampfentscheidend genug sein, wobei es der mäßigen Präzision der Softair-Waffen entgegen kommen dürfte, wenn man die Entfernung bei 30 mm-Zielen auf 3 m festlegt. Denkbar wären auch 3,50 m auf 35 mm-Ziele oder 4 m auf 40 mm-Ziele. Größere Distanzen erscheinen durch den Windeinfluss nicht praxisgerecht zu sein.



    Waffenvergleichstest

    Ein sehr spannendes Kapitel ist der Test der Waffen, die mir vom Sponsor www.Softairwelt.de zur Verfügung gestellt wurden. Bei der Auwahl waren wichtige Kriterien, dass die Waffen kein Hop-Up und eine ausreichende Magazingröße besaßen. Von den rund 10 auf dem Markt erhältlichen Waffen, die diese Kriterien erfüllen, wählte ich fünf aus. Zusätzlich erhielt ich noch eine Desert Eagle Heavy Weight (von KWC) als Refrenzwaffe für die wohl aufwändigste Softair-Pistole auf dem Markt.
    Ohnehin in meiner Auswahl und zusätzlich vom Projektsponsor als präziserste Softair-Pistole dringend empfohlen, war die Beretta 92 FS (ebenfalls von KWC). Wegen der Magazinkapazität der Beretta von 12 Schuss orderte ich gleich ein weiteres Magazin für den späteren Test auf der Standard-Leicht-Biathlon Distanz.
    Weitere sinvolle Materialien die das Sponsoring-Paket umfasste waren: Ein klappbarer Kugelfang, ein Oberschenkelholster und Munition in vier Gewichtsklassen, darunter auch Aluminium-Kugeln.

    Bewertet wurden von allem die Präzision der Waffen. Zusätzlich weitere Kriterien, die in der Testtabelle nachzulesen sind. Als Präzise genug für sportlichen Einsatz haben sich drei Waffen harausgestellt: Baretta, Dessert Eagle und die neue M8000 Cougar g von Tokyo Marui. Alle anderen Waffen waren nur mäßig präzise und daher weniger geeignet für Leicht-Biathlon. Die drei Präzisen Waffen setzten sich klar von den anderen ab, wobei sich die chinesische Billigwaffe (im zunächst nicht ernst genommenen Vergleich) als erstaunlich präzise erwies. Mit der richtigen Munition kam sie in der Präzision auf Platz 4, fiel aber bald darauf auseinader (Finger weg von Billig-Produkten!).
    Ein zweiter Präzisionstest der drei genauesten Waffen und aller Muntionsgewichtsklassen wurde nachgeschaltet und ist noch in der Durchführung.

    Die Waffen wurden vom Projektsponsor
www.softairwelt.de zur Verfügung gestellt Die Testwaffen in der gezeigten Reihenfolge...

    1.) Heckler Koch USP .40 S&W (Hersteller: Tokyo Marui) - leider etwas ungenau, Plastik-Look und -Feeling.

    2.) Colt 1911 A1 Heavy Weight (Hersteller: KWC) - fast ebenso ungenau, sieht und fühlt sich aber unglaublich echt an.

    3.) Modell 8 HA-112 (Importeur: GSG) - optisch beinahe identisch mit Nr. 1 jedoch schwerer und genauer.

    4.) Beretta 92 FS (Hersteller: KWC) - gilt als die Referenz für Präzision im Softair-Sektor, trifft auch fast immer

    5.) Desert Eagle .50AE Heavy Weight chrom (Hersteller: KWC) - das "Mörderteil" unter den Softairs, dreimal so schwer, gigantische Abmessungen, solide gebaut und daher präzise

    6.) M8000 Cougar G (Hersteller: Tokyo Marui) - neu und überraschend gut dabei, die dritte der drei Favoriten-Waffen

    7.) P 193 A Sturdy Gun (Hersteller: Ming Xing) - das Modell zum Abschrecken, Voll-Plastik-Look, billigst und keine Qualität, überstand den Test nicht (war bis dahin immerhin mäßig präzise)


    Später kam noch eine leicht gebrauchte Colt Double Eagle HW von KWC hinzu. Zu diesem Modell liegen nur unvollständige Informationen vor. Dieses Modell wurde im Test nicht in vollem Umfang berücksichtig, aber wird im Praxistest mit eigesetzt werden.


    Waffenvergleich als Excel-Tabelle


    Weitere Erfahrungen & Tipps

    • Für warme und trockene Hände sorgen.
    • Aufwärmen und Einschießen nicht zu knapp einplanen. 20 Schuss und 15 Minuten sind nicht zuviel.
    • Bei schwierigem Streckenprofil kann und soll die Laufstrecke um 5 oder 10 % gekürzt werden.
    • Für Ausscheidungswettkämpfe empfiehlt sich die Sprintdistanz.
    • Bei bedeutenderen Wettkämpfen sollte die aussagekräftigere Standarddistanz vorgezogen werden.



    Zu www.softairwelt.de - ''Hardware'' für Leicht-Biathleten
    Nochmals einen ganz besonderen Dank an den
    kompetenten Sponsor dieses Projektes Softairwelt!

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    Personaltraining Rhein- Main, Dipl. Ing. Frank Röder, Emil-von-Behring-Str. 2a, D-64521 Groß-Gerau, Tel.: 06152/177983 oder 0178 / 7859767