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Sporternährung & Diäten |
Es ist nicht schwierig, aber kann doch verwirren. Wer kein
Genie im Kopfrechnen ist, kann beim Nachrechnen der Nahrungskalorien-Anteile
schnell ins Schwitzen kommen.
Die Verteilung unserer
Nahrungskalorien
Die wichtigsten Energielieferanten in unseren Lebensmitteln
sind Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße. Alkohol, Milchsäure und
ähnliche Energieträger vernachlässige ich an dieser Stelle.
Fette sind, wie viele wissen, die "Kalorienbomben", sie enthalten pro Gramm
etwa 9,3 Kilokalorien. Kohlenhydrate und Eiweiße dagegen nur 4,1
Kilokalorien pro Gramm.
Manchmal ist in ernährungswissenschaftlichen Abhandlungen
vom Anteil der Nahrungskalorien an der Gesamt-Energiezufuhr die
Rede. Das ist noch leicht vorstellbar: 40 Kalorien-Prozent aus Fett, bedeuten
beispielsweise, dass von 100 Kalorien 40 vom Fettanteil stammen. In diesem
Beispiel
bleiben 60 Kalorien-Prozent übrig, die man sich nun zum Beispiel zu 45 % aus
Kohlenhydraten
und zu 15 % aus Eiweiß vorstellen könnte.
Und nun kommt das Irritierende. 40 % Fettkalorien
bedeutet nicht, dass bei der Auflistung der Nährstoffe in etwa
auf der Verpackung steht, "Pro 100 Gramm Lebensmittel sind enthalten: 40
Gramm Fett, 45 Gramm Kohlenhydrate und 15 Gramm Eiweiß". Man muss
immer beachten, dass Fett 9,3 Kilokalorien pro Gramm enthält!
Es schlägt also in der Kaloriensumme mehr als doppelt so stark zu
Buch wie die anderen Energielieferanten.
Am Beispiel einer gängigen Ernährungsempfehlung
rechne ich das einmal durch. Empfohlen wird laut DGE (Deutsche Gesellschaft
für Ernährung), die Nahrungskalorien wie folgt zu verteilen (bitte
bemerken: wir verteilen hier Kalorien und keine Gramm!): Kohlenhydrate
60 %, Eiweiß 15 % und Fette 25 %. Die ideale Sporternährung sieht sogar noch
kohlenhydratreicher aus.
Beim ersten Blick auf eine Lebensmittelverpackung (die in der Regel nur die Gewichtsanteile in Gramm angibt) wird man zum direkten Vergleich der Zahlenwerte verleitet und verrechnet sich prompt. Wir erinnern uns: Fett ist eine mehr als doppelte Kalorienbombe. Beim Nachrechnen stellt sich heraus: 60 Gramm Kohlenhydrate + 15 Gramm Eiweiß + 25 Gramm Fett = 246 + 62 + 233 = 541 Kilokalorien. In Kalorienanteilen ausgedrückt heißt das: 45 % Kohlenhydrate, 11 % Eiweiß und sage und schreibe 43 % Fett, wenn man, wie hier, Gramm mit Kalorien gleichsetzt.
Umgekehrt bedeutet dies, dass das Lebensmittel für
die gewünschten DGE-Kalorienanteile aus
69 % (Gewichtsprozent! = Gramm pro 100 Gramm Lebensmittel)
Kohlenhydraten,
13 % Fett und
18 % Eiweiß bestehen müsste.
Aber dieses "Rückwärtsrechnen" ist zu kompliziert,
als das man es beim Einkaufen mal auf die Schnelle hin bekommt. Zusätzlich
verwirrend ist, dass alle Lebensmittel Wasser enthalten. Weniger als 10
% (Gewichtsprozent) bei Trockenprodukten und mehr als 90 % bei Obst, Gemüse
und Getränken. Das Wasser wird - da kalorienfrei - bei der Berechnung
der Nahrungskalorien-Anteile nicht berücksichtigt, täuscht aber
wieder beim ersten Blick auf die Verpackungsangaben.

Ein Beispiel: Haferflocken enthalten 7,4 % Fett
(Gewichtsprozent!),
59,1 % Kohlenhydrate, 12,5 % Eiweiß und wenig Wasser. Im Vergleich
dazu Vollmilch. Sie enthält 3,8 % Fett, 4,8 % Kohlenhydrate, 3,4 %
Eiweiß und sehr viel Wasser. Die Milch erscheint aber zunächst
nur halb so Fett wie die Haferflocken. Nach Berechnung der Nahrungskalorien-
Anteile
folgt die Ernüchterung: Haferflocken haben 18 % Fett-, 17 % Eiweiß
und- 65 % Kohlenhydrat-Kalorien. Vollmilch dagegen: 51 % Fett-, 20 % Eiweiß-
und 29 % Kohlenhydrat-Kalorien!
Außerdem: wie schnell trinkt sich ein halber
Liter Milch und wie lange kaut man an einer 500 Gramm-Packung Haferflocken???
Dies soll den Wert von Vollmilch in der Ernährung keineswegs schmälern.
Ich wollte nur zwei völlig "harmlose" Lebensmittel vergleichen.
Wozu aber das Ganze?
Wer auf seine Ernährung und damit auf seine
Nahrungskalorien-Anteile achtet, kann sich mit einmaligem Verrechnen ganz
schön vertun. Und schon stimmt's nicht mehr im Ernährungsplan
und der mögliche Erfolg bleibt aus.
Praxis-Tipp
Wer seine tägliche Zufuhr von Fett, Eiweiß
und Kohlenhydraten gewissenhaft nachrechnen will, kann es sich recht einfach
machen. (Eine genauere Erläuterung folgt in einer der folgenden
Aktualisierungen).
EIWEISS: 1,5 Gramm pro Kilogramm des eigenen
Körpergewichtes
genügen für die tägliche Eiweißzufuhr. Selbst bei
hochtrainierten Ausdauersportlern ist damit ein Zuwachs an Muskelmasse
möglich. Was das Eiweiß betrifft, vernachlässigt man besser den Prozentanteil
der Gesamtkalorien und addiert einfach die tägliche Zufuhr
in Gramm zusammen (bei höherem Energieverbrauch erhöht sich der
Eiweißverbrauch nur sehr wenig!). Ein 70-Kilo-Sportler kommt mit
etwa 100 Gramm Eiweiß am Tag gut über die Runden. Garantiert!
Jetzt wird es ganz einfach: Beim Verhältnis
Fett zu Kohlenhydraten braucht man nur darauf zu achten, dass die
Hauptnahrungsmittel
etwa 5 mal so viele Gramm Kohlenhydrate enthalten wie Fett. Die Rechnung
geht dann von automatisch auf. In der "Wettkampfnahrung" sollte der
Gewichtsanteil
Kohlenhydrate zu Fett mindestens 6:1 sein.
*eigentlich "Joule", aber ich verwende hier die umgangssprachlich bekanntere Ausdrucksweise