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Kritiken |
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BUCH: Marita Vollborn, Vlad D. Georgescu , "Die Joghurt-Lüge" Nichts gegen leckere Rezepte, aber konstruierte Lebensmittel waren mir schon immer nicht geheuer. Dies war einst meine Motivation, das gleiche Fachgebiet zu belegen das die Autoren des Buches "Die Joghurt-Lüge" vom Campus Verlag studiert haben. Auch Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu sind Lebensmitteltechnologen und sind ebenso nicht davon überzeugt, dass alles was technisch machbar ist, auch auf unseren Tisch gehört. Im Lebensmittelladen finden wir inzwischen Lebensmittel, welche, glaubt man den Autoren, die diese Bezeichnung nicht mehr verdienen. Besonders der Zusatz von krebsfördernden und giftigen Inhaltstoffen, die Lebensmittelbestrahlung und Gen-Food werden kritisch durchleuchtet. Wo das Lebensmittelgesetz sich oft schon verbraucherfeindlich tolerant gibt, werden auch diese Grenzen in vielen Fällen noch überschritten. Zusätzlich arbeitet eine regelrechte Verdummungsmaschinerie in den Medien daran, mit Halb- und Unwahrheiten das Ernährungswissen und die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zu manipulieren. Daher auch der Buchtitel, der auf die Unwahrheiten über die (wie jeder weiß!?) ach so gesunden Super-Joghurts hinweist. Es wird mit Tricks in der Branche gearbeitet, die dem Leser einen Großteil der Lebensmittelbranche fast durchgängig in einem düsteren Licht erscheinen lassen. In nicht wenigen Fällen wird die Grenze zur Kriminalität überschritten. Der Nicht-Fachmann wird sich beim Lesen häufiger bei etwas zu lang geratenen Darstellungen von Zahlen und Fakten langweilen. Obwohl dies nur die gründliche Ermittlungsarbeit zeigt, die hier geleistet wurde. Fachleute werden in diesen Zahlen schwelgen. Milliardengeschäfte durch bloße Meinungsmache für überflüssige Produkte sind die eine Seite, extrem knappe Gewinnspannen bei notwenigen Grundnahrungsmitteln, die andere Seite der Medaille. Trotz ebenso kritischer Beleuchtung der Themen Biolebensmittel und Öko-Labels, ist eine der Schlussfolgerungen der Autoren, dass der Verbraucher sich relativ guten Gewissens eigentlich nur noch für Bio-Produkte entscheiden kann. Meine persönliche Entscheidung, als ausgebildeter Lebensmitteltechnologe nicht in dieser Branche zu arbeiten, wurde nach der Lektüre dieses Buches deutlicher bekräftigt, als ich das im Voraus geahnt hätte. Wie die Konstrukteure mancher Lebensmittel dies mit ihrer Berufsethik verbinden können, ist mit nun ein noch größeres Rätsel als vorher. Dem Verbraucher bleibt nach dem Lesen dieses Buches nur übrig, sich bei der Lebensmittelauswahl nicht an der Nase herum führen zu lassen und diese kritischer denn je zu treffen. Ein schönes Buch ist das nicht, eigentlich sogar deprimierend, aber es ist notwendig, lesenswert und hervorragend recherchiert. Frank Röder
ISBN-10: 3-593-37958-9, ISBN-13: 9783593379586, 336 Seiten, 19,90 €, auch als E-Book erhältlich. Erschienen bei: Campus Verlag
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MEDIEN: Kritik der Kulturdarstellung in den Medien (Heinz-Rudolf Kunze) Musiker und Literat Heinz Rudolf Kunze ist sachverständiges Mitglied" der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestages. Die Essenz seiner Meinung fasst Kunze in zehn Thesen zusammen: 1. Das Niveau der journalistischen Ausbildung ist katastrophal, das Niveau der Rezipienten zunehmend hoffnungslos. Legastheniker schreiben für Analphabeten, Schwerhörige machen Radio, für Taube, Kurzsichtige Fernsehen für Blinde. 2. Verdienstvolle Kulturschaffende in den Medien, die es durchaus noch gibt, befinden sich in einem permanenten Abwehrkampf. Don Quichotte wirkt dagegen wie ein strahlender Siegertyp. 3. Es gibt einen Flüsterkonsens der Medienarbeiter in den Kantinen, der an das verdruckste Einverständnis von Mitläufern in Diktaturen erinnert. 4. Fernsehen ist die brutalstmögliche Verhinderung des Unbequemen: ein totalitäres Kartell abwiegelnden Grinsens. 5. Radio ist die systematische Verkürzung und Verstümmelung der Wahrheit: nicht nur der ästhetischen. Primitive umgangssprachliche Metastasen durchwuchern die Sprechhaltung am Mikrophon. 6. Printmedien, die immer unwichtiger werden, da kaum noch jemand liest, sind gelegentlich letzte Reservate von Geduld und Gewissenhaftigkeit. 7. Die Strategie der Verlogenheit seitens der Verantwortlichen ist nahezu perfekt. Sie glauben ihre eigenen Strohhalm-Argumente. Kultur findet statt - nach Mitternacht, auf der fünften Welle etc. etc. 8. Die Installation privater Medien war die Öffnung eines Höllentors. "Unterschichtenfernsehen" (Harald Schmidt) ist noch ein Euphemismus. Fassungslose und wehrlose Zeitgenossen müssen mit ansehen, wie von Jahr zu Jahr neue Tiefstände des Vulgären, Proletigen, Widerwärtigem erreicht werden. Radio ist Lärmterror für Schwundhirne - Abrichtung zum Weghören. Ich kenne keinen einzigen Menschen mehr, der noch Radio hört außer vielleicht die Kulturwellen. Vielleicht kenne ich die falschen Menschen. Oder die richtigen. 9. Es gibt nur eine Hoffnung auf Besserung: Immer mehr Betroffene, von den Medien Erniedrigte und Beleidigte sind von dem unterirdisch schlechten Angebot dermaßen angeekelt, dass sie sich massenhaft abwenden und somit den verkommenen Kulturbetrieb zum Umdenken zwingen. Allerdings lügen sich die Medien sogar dann noch ihre bestellten Umfragen schön, wenn sie längst keiner mehr konsumiert. 10. Es gibt keine Hoffnung auf Besserung. Anmerkung: Das klingt übel, schlimmer geht's nimmer. Kunze meidet deswegen offenbar das "Unterschichten-Internet", sonst hätte er weitere Thesen angefügt. |
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INTERNET: Die neue Kommunikations-Subkultur Totalitäre Staaten haben mehr Internetfreiheit nötig denn je. Wir dagegen, die wir volle Internetfreiheit genießen (?) könnten, werden inzwischen durch diejenigen, welche all ihre Möglichkeiten (Narrenfreiheiten?) im Internet voll ausnutzen, zunehmend entrechtet. Bietet das Kommunikationszeitalter doch fast unbegrenzte Möglichkeiten, so ist es, gerade durch Mangel an Kommunikationskultur, schon vielerorts mehr zum Fluch als zum Segen geworden. Ich rede hier gar nicht von angeblich schlecht gemachten Hobby-Websites, die manche als unzumutbar unübersichtlich empfinden oder die schlicht uninteressant sind. Das stört oft nur einmalig, dann besucht man sie nicht mehr. Die Möglichkeit ein Schaufenster zur Welt zu eröffnen kann soll aber jeder haben, der das möchte. Wir sollten das unter dem Oberbegriff Toleranz einordnen. Das größere Problem kann in fast allen Fällen auf die Begriffe Nötigung und Lüge beschränkt werden. An zahllosen Stellen kann man im Intenet Fälle versuchter oder gelungener "Volksverdummung" beobachten. Dabei sind penetrante Pop-Up-Fenster schon länger bekannt und gerade die multimedialsten Websites stehen, oft zu Recht, in Verdacht, dass einem dort ohnehin nur etwas angedreht oder die eigene Meinung verbogen werden soll. Wir kennen ja die Anzeigen und Produktinformationen, die einem in optisch nahzu gleicher Form wie journalistisch korrekte Artikel dargeboten werden. Journalistische oder moralische Hemmschwellen existieren offenkundig nur noch bei seriösen Nachrichtenmagazinen. Auf anderen Seiten wird dagegen oft auf diverse "Disclaimer" verwiesen, welche die eigene Website von jeglicher Verantwortung und damit oft auch von jedem Anstand reinwaschen wollen. Juristen wissen, dass diese amtlich aussehenden Diclaimer gar nichts nützen, wenn eine Seite so zum Portal von strafbaren Handlungen wird. Ich befürworte ganz und gar nicht die unangemessene Konsultation von Anwälten und Amtsgerichten durch Krümmelsucher und Erbsenzähler, die sich über alles und jeden aufregen. Aber in den vorher genannten Fällen müssten sie eigentlich täglich auf den Plan gerufen werden um dem Internet den Rest von Anstand zu bewahren, der ihm noch geblieben ist. Auf der Straße würden einige Probleme so gar nicht auftauchen können oder sie wären schnell und auf eine seit Jahrhunderten bewährte Weise gelöst. Versuche einmal jemandem eine Werbeanzeige ständig und wiederholt vor die Nase zu halten oder beleidige einmal jemanden laut und für viele hörbar auf der Straße. Wenn dich der Volkszorn nicht sofort erfasst, könnte das Problem vom Betroffenen schnell mit dem bewährten Verfahren "eins auf's Maul" gelöst werden. So nicht im anonymen Internet. Kaum ein Forum, das mehr als 1000 Mitglieder hat, ist wirklich noch moderierbar. Die Nettikette im Internet, auf die in fast allen Foren als Teilnahmebedingung hingewiesen wird, findet oft schon beim ersten Besuch im Forum keine Anwendung mehr. Waren die Foren einst als Treffpunkt zum kultivierten Erfahrungsaustausch gedacht, bekommt man immer mehr den Eindruck, dass sie sich zum Notventil für zahlreiche Halbstarke entwickeln, die unfähig sind, normale Kommunikations- und Umgangsformen zu praktizieren. Diese Zurückgebliebenen sind sogar schon oft weit in den 30er oder 40er Jahren - so sehr hemmt Internet die soziale Entwicklung. Selbst von Namenmissbrauch von Verstrobenen oder deren Familien (Bsp. von Trothar) schrecken einige bei ihren Pseudonymen nicht zurück um selbst unerkannt zu bleiben oder seinem eigenen Nichts ein höheres Ansehen zu verleihen. Herr oder Frau Anonym verstecken sich eben so häufig hinter bombastischen Fantasie-Namen und oft gekrönt mit einem Bildchen im Arschgeweih-Look. Und dann beginnen die unreifen Verbal-Hooligans im unzumutbaren Ton über andere über Minderheiten oder über ihnen nicht suspekte Gruppen herzuziehen. Wir entwickeln und scheinbar zurück ins Dritte Reich oder sogar ins Mittelalter, als Tratsch und Klatsch, die Grundlage für derartige Subjekte zur Verleumdung und Denunziation anderer waren. Selbstverständlich werden solche Subjekte oft massiv von den Moderatoren abgemahnt oder gleich eliminiert. Aber die Moderatoren der großen Foren sind Profis, müssen also auch an anderer Stelle Geld verdienen, während die Foren-Randalier, in ihrer zu reichlich vorhandenen Zeit, gleich Dutzende von Einträgen jeden Tag ins Internet entsorgen. Und sie sind den Moderatoren leider zahlenmäßig weit überlegen. So schnell kann kein Moderator lesen. Wer fragt sich nicht, welcher an Sozialkontakten verarmte Charakter hinter manch coolem Sprücheklopfer und Provokateur stecken mag? Das gleiche Problem kennen die Betreiber von Gästebüchern auf privaten Seiten oder Vereinsseiten. Da werden die Betreiber selbst oft übelst beschimpft oder Dritte verunglimpft oder beleidigt. Hobby-Webmaster sind selten jeden Tag auf ihrer Seite um als Verbal-Müllabfuhr tätig zu werden. Folglich steht der Müll tagelang im Internet und stinkt. Auch der Trend zu Weblogs (Internet-Tagebücher) wird übelst ausgenutzt und enthaltene Informationen für personalisierten Spam-Versand oder schlimmerenfalls für Erpressungen missbraucht. Selbst dran Schuld, wer Informationen ins Internet stellt, durch die man erpressbar wird? Weit gefehlt! Besonders detaillierte Informationen werden oft gar nicht benötigt um mit gefälschten Storys, die aus einigen Weblog-Informationsfragmenten zusammengesetzt sind, erpressungswürdige Storys zu basteln. Schon ganz wenige persönliche Informationen genügen, um mit einer privaten oder geschäftlichen Rufschädigung zu drohen, was einer Erpressung gleichkommt. Was kann man dagegen tun? Als Privatperson: Keine Weblogs veröffentlichen. Als Gästebuchbetreiber: Nur Einträge in überprüfter non-anonymer Form zulassen. Als Forenbetreiber: Nur non-anonyme Mitglieder zulassen. Bei Verbalentgleisungen nicht mahnen, sondern ohne Vorwarnung sperren. Sehr große Foren entweder lückenlos betreuen oder schließen. Als Mensch: Möglichst in jeder Lebensituation den Verbreitern von Gerüchten entgegentreten. Der Ruf nach einem de-anonymisierten Internet verhallt schon seit Jahren ungehört im Walde. Die Frage bleibt: Wer profitiert von dieser kritisierten Art der Kommunikations-Subkultur? Die zivilisierte Menschheit wohl kaum! Frank Röder
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BUCH: Matthias Marquardt - "Die Laufbibel" Der Platz auf dieser Seite wird dem Umfang des Buches nicht gerecht. Die Aufgabe sich durch die vielen interessanten Seiten zu arbeiten erfordert vom Leser erhebliche Ausdauer. Doch Masse allein zeichnet die Laufbibel nicht aus, die Qualität ist es. Und die inhaltlichen Recherchen zur Laufbibel sind Matthias Marquardt und seinen Co-Autoren Christian von Loeffelholz und Björn Gustaffson gelungen, wie kaum einem anderen Sportbuchautoren-Team. Sehr systematisch und praktisch lückenlos werden alle Aspekte des Laufens erläutert. Die Hauptthemen sind Laufstil, Stilübungen, Pulsmessereinsatz, Erholung, Crosstraining, Schuhkunde, Bewegungsanalyse, Ernährung und Verletzungen. Das hervorragende Bildmaterial zeigt immer sehr anschaulich wovon die Rede ist. Vorteilsfrei und trotzdem kritisch werden "alte Hüte" und neue Moden im Laufsport unter die Lupe genommen. Viele gängige Stretchingübungen gelten inzwischen als überholt, wurden weiterentwickelt oder müssen ganz anders durchgeführt werden, als allgemein bekannt ist. Vieles was uns die Sportproduktindustrie schmackhaft macht, kann man sich sparen. Zusätzlich regt das Buch mit zahlreichen kleinen und mit unter witzigen Tipps zu mehr Kreativität im Trainingsalltag an. Sogar "Basteltipps" für Trainingsgeräte sind enthalten. Einziger Schatten: Bei einem eigenen "Praxistest" des Lauf-ABCs konnten einige Übungen von den meisten Laufanfängern nicht nachvollzogen werden. Die Beschreibungen weniger Übungen waren für Einsteiger ohne weitere Instruktionen nicht verständlich. Gerade den Einsteigern waren auch die Anhäufung der Fachbegriffe aus dem medizinischen Bereich nicht immer angenehm. Dies ist jedoch mehr eine Einstellungssache und dürfte nur beim Querlesen stören, denn jede Fachvokabel wird im Buch bei ihrer ersten Erwähnung gut erklärt. 440 Seiten, hervorragend bebildert und fachlich fundiert ergeben ein Buch mit einem Preis-Leistungsverhältnis, das die 24,95 Euro nicht mehr als überdurchschnittlich teuer sondern als Schnäppchen dastehen lässt. Für den gebotenen Inhalt der Laufbibel musste man früher mehrere Bücher kaufen. Der Titel "Die Laufbibel" und der Untertitel "Das Basiswerk für gesundes Laufen" hören sich zwar zunächst nach ungerechtfertigtem Absolutheitsanspruch an. Nach dem Lesen des Buches dürfte aber fast jeder der Meinung sein, dass dieses Buch zu den momentan lesenswertesten Laufbüchern zählt. Daher gibt es hier ein sauber verdientes Strahly. ISBN 3-93-6376-08-5 Frank Röder
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PRODUKTKRITIK: "Milchschnitte -
www.milchschnitte.de" Kleine Denksportaufgabe: Was haben ein Klumpen Fett, eine Schaufel voll Industriezucker und diverse chemische Zusätze mit gesunder Ernährung zu tun? Nichts, richtig. Und trotzdem redet uns der Kinder-Konzern auf einer seiner Web-sites ein, dass sein schmieriger Fladen namens "Milchschnitte" irgendwie anders sei. Unter Mithilfe zahlreicher Anglizismen und fröhlich lachender und aktiv naschender Menschen kommen Couch-Potatos zum beruhigenden Schluss, dass selbst Straßendreck, Hirschtalg oder Altöl echten Nährwert aufweisen müssen. Ganz geheuer ist der Zusammenhang zwischen Butter und Bizeps aber auch dem Konzern nicht. Im Kleingedruckten steht: "Wenn Sie eine Diät beginnen wollen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Arzt Ihres Vertrauens zu wenden." Pit Klein, Internet World 6/2002
Diese berechtigte Produktkritik der Zeitschrift Internet World wurde mir durch Zufall zugespielt. Satirisch, amüsant, traurig, aber wahr. Ein Motzi für die getarnte Süßigkeit. |
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TV: "Krieg der Sterne - Episode 1" Was im Kino noch durch die großformatigen Effekte lebte, fiel bei der TV-Premiere fast unten durch. Leider konnten auch keine herausragenden schauspielerischen Leistungen Pluspunkte für George Lucas verbuchen. Star Wars lebte schon immer von den anerkannt hervorragenden Effekten. Am Fernseher hingegen fällt dagegen umso mehr auf, wenn einer Story die Substanz fehlt. Praktisch äußert sich das so, dass trotz turbulenter und überschwappender Ereignisse keine richtige Spannung aufkommt und ein Handlungsfaden trotz unkomplizierter Handlung schwer erkennbar ist. Zudem fallen dem aufmerksamen Star Wars-Beobachter Ungereimtheiten und sogar Widersprüche auf, die nicht so recht zu den Episoden IV bis VI passen wollen. Sollte George Lucas' Behauptung, von Anfang an seien sechs Teile konzipiert gewesen etwa eine marketingbedingte Notlüge sein? Erste Gerüchte in diese Richtung wurden erst 1981 bestätigt. Beim "Rückwärtsstricken", hat Lucas zumindest zeitweise, etwas den Faden verloren. Hoffentlich sprengt nach Episode III (etwa im Jahre 2005) ein zu krasser Übergang zu Episode IV seine Glaubwürdigkeit als Storyproduzent nicht völlig. Aber wie schon gesagt, die Tricktechnik ist, obwohl sie hektisch und überladen wirkt, durchaus sehenswert. Ein fast schon geschmeicheltes Neutrali für diesen Film-Flachmann. |
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BUCH: Matthias Marquardt - "Natürlich
Laufen" Bücher, die sich intensiv mit der Technik des Laufens beschäftigen sind hier zu Lande Mangelware. Deswegen allein fällt das Buch von Matthias Marquard "Natürlich Laufen" aber nicht auf. Nein, es beschäftigt sich mit der oft umstrittenen Technik des Vorfußlaufens für Langstreckenläufer. Plausibel und im Training nachvollziehbar wird der interessierte Leser in dem reichlich illustrierten Buch an diese vergessene Technik herangeführt. Zahlreiche Vorteile dieses Stils werden begründet, aber auch nicht unkritisch als das Nonplusultra dargestellt. Matthias Marquard macht auch Einschränkungen und ebenso erwähnt er, warum langsame Läufer und Übergewichtige nur bedingt für das Vorfußlaufen geeignet sind. Sehr gut sind die Übungen zum Formaufbau des Läufers damit er die Voraussetzungen des Vorfußlaufens erfüllt. Sämtliche Erklärungen sind leicht verständlich. Für dieses interessante und ungewöhnliche Buch ist ein Smiley angemessen. ISBN 3-936376-07-7 |
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BUCH: Lance Armstrong - "Tour des
Lebens" Das Auffälligste und Negativste zuerst: So einen astreinen, spannenden und journalistisch einwandfreien Schreibstil kann sich Lance Armstrong, mit seiner (sorry) mäßigen Schulbildung nicht im Trainingslager angeeignet haben. Die Unehrlichkeit diesen Top-Ghostwriter nicht als Co-Autor zu erwähnen, stößt sauer auf, doch der Spaß am Lesen entschädigt. Sehr offen und aufrichtig beschreibt das Buch Armstrong Lebens- und Leidensweg. Der Wechsel zwischen Ernst und Humor zwischen Respekt und Respektlosigkeit, lässt seine Geschichte sehr authentisch erscheinen und bessert die Sympathien für den als sonst als "cool" verrufenen Armstrong deutlich auf. Nach diesem Buch hat auch der kritischste Leser doch zumindest eins dazu gewonnen: Mehr Verständnis für die auffällige Person Lance Armstrongs. Ein Smiley für dieses gelungene Druckwerk. |
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KINO: ''Chicken Run - Hennen rennen'' Kurz und bündig: der Streifen ist witzig und originell. Knet- Hühner versuchen aus einem Gefangenenlager, Entschuldigung einer Hühnerfarm, zu fliehen. Zu Hilfe kommt ihnen der Hahn und Angeber Rocky. Die Komik steckt oft im Detail und in den Anspielungen auf andere Filme. Ein totaler "Brüller" ist die Story von Chicken Run zwar nicht, dafür besitzt die 21-Millionen- Euro-Produktion aber eine ganz besondere Note. Ein absolutes MUSS für Trickfilmfans und alle, die über geflügelte Knetgesichter mal so richtig ablachen wollen. Klarer Fall: ein Smiley für die rennenden Hennen. |
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BUCH: Joschka Fischer, "Mein langer Lauf zu mir
selbst" In nur einem Jahr veränderte Joschka Fischer sein Leben. Vor unser aller Augen verlor er in dieser Zeit fast 40 kg Körpergewicht und gewann dafür große Fitness, eine sympathische Ausstrahlung, neue Lebensqualität und ein neues Hobby. Seinen schonungslos selbstkritischen Bericht hat er sehr amüsant und spannend geschrieben. Viel lernt man über Fischers Wege zur Selbsterkenntnis, seine Art der persönlichen Problembewältigung und über seine beispielhafte Disziplin. Wer glaubt, schon viel über das Laufen zu wissen, kann von diesem Newcomer des Laufsports noch etwas lernen. Eine Pflichtlektüre (auch für Nichtsportler) mit den Zeug zum "Schulbuch" in vielerlei Hinsicht. Ein Buch, das man zwar beinahe in der Zeit eines Marathonlaufes lesen kann, das aber doch sehr tiefe Eindrücke in mir hinterlassen hat, wie kaum ein anderes Laufbuch. Auf den Laufsport und die Person Joschka Fischer wirft dieses Buch ein denkbar gutes Licht. Verdient, wie ich meine - daher ein Strahly für Joschka Fischer. (Und das nicht nur, weil er auf dem Umschlag selbst wie ein Strahly schaut.) Bemerkenswert ist auch das Nachwort von Fischers Trainer und Sportsfreund Herbert Steffny, in dem er auf wenigen Seiten sehr geballt die Mentalität des Langstreckenlaufens vermittelt. |
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PERSONENKRITIK: Dr. Ulrich Strunz Eigentlich habe ich gewisse Hemmungen, Negatives über Förderer des Ausdauersports zu veröffentlichen, doch so super, wie Dr. Ulrich Strunz gehandelt wird, sieht er bei kritischer Betrachtung nicht mehr aus. Aufsehen erregte der 57-jährige Internist und Kernphysiker vor einigen Jahren beim Ironman in Roth, den er - nicht sehr vorbildlich - mit einem Ermüdungsbruch im Bein absolvierte. Daraus eine besondere körperliche oder gar geistige Stärke abzuleiten, wäre übertrieben. Seitdem sind von ihm zahlreiche Veröffentlichungen in auflagenstarken Zeitschriften erschienen. Dr. Strunz wird bereits nach nur 12 Jahren Lauferfahrung ebenso als Laufexperte (Zitat: "Laufpapst") gehandelt, wie auch als Weltklasse- Triathlet. An seiner persönlichen Erfahrung, wie auch seinem, für sein Alter, guten Leistungsvermögen will ich hier nicht rütteln, aber wer, wie er, mit mystischem Singsang in der Stimme von seinen "Jüngern" spricht, die ihm folgen, der kann nicht erwarten von erfahrenen Sportlern ernst genommen zu werden. Weiterhin veranstaltet Dr. Strunz Seminare in denen Laufsport als reinstes Wundermittel angepriesen wird. Wahrscheinlich ist es richtig, dass es kein Medikament mit so vielen positiven Wirkungen auf den menschlichen Körper gibt, wie den Ausdauersport, doch dermaßen bescheidene Behauptungen stellt Strunz erst gar nicht zur Debatte. Es wimmelt in seinen Äußerungen von Wahrheiten, Halbwahrheiten und sogar Unwahrheiten, dass es dem Zuhörer nur so im Kopf schwirren muss, sofern sie/er in der Lage ist, einen Marathonlauf von einer Wrestling-Show zu unterscheiden. Hier eine Auswahl von Dr. Strunz' Äußerungen: 1. "Jogging-Light" (seine Bezeichnung für sein Konzept) mit niedrigem Puls sei eine revolutionäre Neuheit. FALSCH, Trimming 130 wird schon seit über zwei Jahrzehnten propagiert, allerdings kostenlos. Auch Dr. van Aakens Reine Ausdauermethode ist schon lange weltweit bekannt. 2. Gemäßigtes Training stärkt das Immunsystem, intensives Training schwächt es! RICHTIG. 3. 97 % aller Jogger laufen im "Sauerstoffdefizit" (was wahrscheinlich anaerob bedeuten soll). FALSCH, denn dann wären wir ein Volk von Sprintern. Würden 97 % der Läufer so laufen kämen sie keine 400 Meter weit. Wer 30 Minuten joggt kann, egal wie sehr sie/er sich quält, höchstens zu 10 % anaerob laufen. Im "Sauerstoffdefizit" zu trainieren oder lediglich etwas zu intensiv ist ein himmelweiter Unterschied. Strunz übertreibt hier sehr publikumswirksam. 4. Warum wird das Eichhörnchen nicht dick? Weil es eine Fettverbrennungsmaschine ist... FALSCH, weil es ein wildes Tier und zwar ein Eichhörnchen ist und diese werden in der Regel nicht älter als ein paar Jahre ... 5. Täglich eine halbe Stunde im "Sauerstoffüberschuss" laufen (was offenbar aerobes Training bedeuten soll) und man nimmt nicht mehr zu, egal was man isst. Überwiegend FALSCH, ich kenne Ausdauersportler, die täglich wesentlich länger trainieren, um ihr Gewicht zu halten. Preisfrage: Was würde mit ihnen geschehen, mit nur 30 Minuten Training? 6. Nach nur 12 Wochen "Jogging light" kann der Körper bei 30 Minuten Training bereits 250 mal so viel Fett abbauen, wie zu Beginn des Trainings. FALSCH, diese maßlose Übertreibung sollte eigentlich jedem auffallen! 7. Jogging hält den Geist auf Trab. RICHTIG (wenn auch nicht bei jedem...) 8. Joggen ist die ideale Sportart, weil 70 % der Muskeln im Körper bewegt werden. Beim Radfahren seien es nur 35 %, beim Schwimmen sogar nur 15 %. FALSCH. Wer kennt Zehnkämpfer, Ruderer, Ski-Langläufer, Triathleten, Sportkletterer, Schwimmer (besonders Lagenschwimmer)? Einfach mal nachfragen, was sie von dieser These halten! Schon beim Radfahren werden fast 60 % der Skelettmuskelmasse aktiviert, beim Laufen mehr als 75 % und bei den anderen erwähnten Sportarten sogar 80 bis 100 % der Skelettmuskulatur! 9. Beim Barfußlaufen, laufen Sie automatisch gelenkschonend und richtig auf dem Ballen. Probieren Sie es aus! FALSCH. Probiert es aus! Über die Richtigkeit des Ballenlaufens für Jedermann gibt es kontroverse Meinungen. Auch von Leuten mit mehr als 12 Jahren Lauferfahrung! Es gibt kein pauschales "richtig" oder "falsch" bei der Lauftechnik. 10. Man erkennt, dass man falsch läuft daran, wenn es keinen Spaß macht. FALSCH. Jedem macht Laufen auf andere Weise Spaß. Es gibt leidenschaftliche Tempobolzer, Kilometerfresser oder Nur-um-dem-Block-Jogger. Trainieren sie alle automatisch richtig? 11. Vitamin C treibt die Fettverbrennung an. Nur bei Vitamin C-Mangel, ansonsten FALSCH. Vitamin C-Mangel hemmt die Fettverbrennung, so wie er fast alle Stoffwechelprozesse hemmt. Haben wir denn alle Vitamin C-Mangel? In der heutigen Zeit ist dies fast ausgeschlossen. Deswegen kann man auf zusätzliche Vitamin-C-Zufuhr, wie sie die Werbung (u.a.) propagiert, verzichtet werden. Wie klingt die These: "Atmen treibt die Fettverbrennung an" - wenig spektakulär, aber stimmt 12. Laufen gibt allen Menschen alles was sie sich erträumen. FALSCH. Starker Tobak! Mein weiterer Einwand: Auch "Weltklasse-Sportler" (sogar Strunz) müssen hin und wieder ungesundes Hochleistungstraining betreiben. Wo bleibt dabei Strunz' Glaubwürdigkeit? Wenn er sie über seine Wettkampferfahrung belegen möchte, wie nennt man dann Laufen mit gebrochenen Knochen? Jogging- Light??? Noch zu Zeiten seines "Knochenbruchlaufes" propagierte Strunz, dass nichts über ein kurzes Training mit maximaler Intensität gehe. Woher der plötzliche Sinneswandel einschließlich Selbstverleumdung? Auch eine andere auffällige Merkwürdigkeit unterscheidet den "neuen" vom "alten" Strunz. Seit er Seminare vor bestbetuchtem Publikum gibt, spricht er mit einem mysteriösem Singsang in der Stimme, der beim unvorbereiteten Zuhörer unwillkürlich die Frage aufkommen lässt, ob man an eine Art Witzbold geraten ist oder ob man ganz und gar verar...lbert wird. Strunz, der sich wiederholt selbst als Lauf-Papst bezeichnet, leistet mit den erwähnten Heilsversprechen einer religionsähnlichen Bewegung Vorschub. Dies kann doch nicht im Sinne des Sports sein!? Schade, mit seinem Charisma hätte Strunz das Zeug dazu den Ausdauersport wesentlich glaubwürdiger als Sport für Jedermann zu fördern. Wenn nicht auch einiges Wahres in Strunz' Aussagen wäre, würde die Kritik noch negativer ausfallen. Ein geschmeicheltes Motzi für sein religionsnahes Konzept. NACHTRAG: Im Jahre 2005 erlitt Dr. Ulrich Strunz bei einem Radunfall sehr schwere Verletzungen mit verbleibender Lähmung. Dies wünscht man selbstverständlich keinem Menschen - trotz aller Kritik, die nur seine Äußerungen, nicht aber natürlich nicht seine Gesundheit betrifft. Wir wünschen ihm bestmögliche Genesung! |
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BUCH: Günter Scheich, "Positives Denken macht
krank" Schon der Titel könnte einem die Laune verderben. Wollen Sie so etwas lesen? Ja? Dann sind sie schon einen Schritt weiter als diejenigen, die nur glauben, was sie glauben wollen. Doch seien Sie beruhigt, sie werden keinen Nachteil durch ihre fehlende Leichtgläubigkeit haben. Denn genau die Fälle von gefallenen Persönlichkeiten, hochdeprimierten Menschen und Personen, die durch übertrieben positives Denken (nicht Handeln, nur Denken) überhaupt nichts mehr zu lachen haben im Leben, schildert Psychologe Scheich sehr anschaulich aus seiner Praxis. Genau dieser Punkt unterscheidet ihn, wie auch viele andere seriöse Praktiker, von den Gurus des "Positiven Denkens". Damit allein bewirkt man (sofern keine Taten folgen, und das ist leider die Regel) nichts, außer einer kurzen Stimmungsaufhellung mit anschließendem Stimmungstief. Persönlich greift der Autor Bestsellerautoren wie Dale Carnegie (ein Kunstname aus Charisma und Energie), Joseph Murphy, Norman Vincent Pale u.v.a. an. Und das mit Recht, wie der Autor beweist. Doch im Alltag siegen leider oft trickreich eingesetzte Massenpsychologie oder auch auflagenstarke Bestseller über jede Vernunft. Die erwähnten Personen besitzen nachweisbar weder eine psychologische noch eine vergleichbare Ausbildung, sie können nur wunderschön schreiben. Scheich kritisiert diesen "Erfindungsreichtum" (= Verlogenheit) dieser Autoren ebenso wie ihre gezielte Auswahl von möglicherweise wirklichen Ereignissen (Wunderheilungen durch Positives Denken) und lehrt den Leser wirkliche Ursachen für persönliche Krisen zu erkennen und praktisch zu bekämpfen (und nicht durch "Wegdenken"). Realismus muss also nichts mit schlechter Laune oder Spielverderbertum zu tun haben, sondern ist ein Weg den man verstehen kann und keiner an den man einfach nur fest genug glauben muss. Ein sehr lehrreiches Buch, das niemandem wirklich die Stimmung verderben kann, der in der Lage ist, sich ein eigenes Bild zu machen. Aus diesem Grund ein Smiley für Günter Scheich. Autor: Dr. B. Michels |
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INSIDER-GEHEIMNISSE: Wie Bestseller gemacht
werden Oh nein, dies ist keine Anleitung, wie man ein gutes Buch oder gar einen Bestseller schreibt. Hier soll nur in wenigen Sätzen über die geheime, aber gängige Praxis der Erstellung von Bestsellerlisten informiert werden. Großbuchhänder werden von den Erstellern der Bestsellerlisten in regelmäßigen Abständen befragt, was sich in letzter Zeit am besten verkauft hat. Wenn die Lager voll sind, lohnt sich der Blick nach auflagenstarken Ladenhütern, die zudem noch einen hohen Verkaufspreis haben. Bei Taschenbüchern ab etwa 15 € und Hardcoverbänden ab etwa 20 € ist daher Skepsis angebracht, wenn diese plötzlich auf den Bestsellerlisten stehen, ohne dass dies durch den Inhalt oder den Autor des Buches plausibel erscheint. Wahrscheinlich tauchen die meisten Bestseller auf ehrliche Weise in den Listen auf. Es gibt jedoch keine objektive Kontrolle über die Angaben der Großbuchhändler und wie einer der befragten Großbuchhändler zugab, wird ein recht erheblicher Anteil der Bestseller künstlich zu Bestsellern "gemacht". Als kleiner Hinweis fügte er noch hinzu: "Bücher, die sofort lieferbar sind, zu keiner Zeit Lieferengpässe erlebt haben und stets stapelweise an den Eingängen der Buchläden bereit liegen, sind oft keine echten Bestseller. Na ja, dann also Nachdenken beim Bücherkauf! |
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PERSONENKRITIK: Bodo Schäfer Bodo Schäfer wurde vor allem bekannt als einer derjenigen, die jedermann das große Geld versprechen. Egal, ob er einem das "1x1 des Erfolgs" beibringt, den Weg zu Reichtum und Wohlstand verspricht ("Der Weg zur finanziellen Freiheit") oder in teuren "Finanz-Seminaren" die richtige Einstellung zum Geld aufzeigt, sein Geld wird man für seine teuren Ratschläge allemal los. Ratschläge wie, sparen Sie einen Teil ihres Einkommens oder denken Sie über Geld nach, befolgten schon unsere Großmütter und sind keine Erfindung des Mannes, der sich als "Finanzgenie" verkaufen lässt. Bodo Schäfer sagt und schreibt im Prinzip nichts Verkehrtes, aber auch nichts Atemberaubendes. Für wie dämlich hält er seine Anhänger überhaupt? Der Jurist und Sonnyboy zieht auf der Bühne und in seinen Büchern eine effekthaschende (aber platte) Show ab, die durchaus Parallelen zu Scientology-Auftritten hat. Was lernen wir daraus? Nichts, was schon die Großmutter wusste. Anerkennen muss man wohl, dass manch einer Großmutters Weisheiten erst durch diese Art der Informationsvermittlung tatsächlich glaubt oder angeregt wird über einfache Zusammenhänge gründlich nachzudenken. Es findet also durch Schäfer eine Art vom Bewusstseinsbildung statt, was ja auch einen Wert hat. Wie viel das jedem persönlich wert ist, muss man selbst entscheiden. Als Motivationskünstler, der (ähnlich U. Strunz) von "Lächle und Hüpf-Seminaren" und vergleichbaren Büchern lebt, schafft es Schäfer fast jede Botschaft zu verbreiten. Das sollte man bei seiner Person stets kritisch im Hinterkopf haben. Die Stimmung entscheidet über seinen Erfolg. Und das kann Herr Schäfer hervorragend: Eine mitreißende unkritische Stimmung verbreiten. Akzeptabel ist aber, dass doch einigen Menschen eine praktizierbare Lebenshilfe durch Schäfer vermittelt wurde. Deswegen immerhin noch ein Neutrali. |
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BUCH: André Kostolany, "Kostolanys
Börsenseminar" Bücher, die sich mit Geld oder Wirtschaft beschäftigen sind langweilig, oder? Abgesehen von der Wirtschaftsliteratur, die das große Geld verspricht (siehe unten), stellt man sich als Nichtfachmann schon vorher auf schwer verdauliche Kost ein. Wie überraschend selbstkritisch, frisch und jugendlich wirkt jedoch des Stil des, in der Tat, uralten André Kostolany. Mit lebendigen Anekdoten aus seinem langen Börsenleben schildert er facettenreich die Höhen und Tiefen, die Spekulanten, Spieler, Kleinanleger, aber auch der große Kostolany durchlaufen haben. Seine Erklärungen sind sehr anschaulich und seine wahre Größe beweist Kostolany, indem er niemals behauptet, die Börse wirklich zu kennen oder gar eine allgemein gültige "Formel" für das Finanzparkett gefunden zu haben. Er lehrt den Leser seine eigenen Sinne zu entwickeln und keinesfalls so genannten Finanzgurus oder Börsengenies zu trauen. Dies, meine ich, ist wahre Weisheit. Kostolany ist nicht auf hohe Verkaufszahlen seiner Bücher angewiesen, wie manch anderer Marktschreier. Leider hat "Kostolanys Börsenseminar" vor allem zwei Mankos: einige Begriffe der Börsensprache werden mit keiner Silbe erklärt, so bleibt der Laie, eben Laie. Ein entsprechender Anhang in der nächsten Auflage wäre hilfreich. Und eine kritsische Betrachtungsweise der Börsenwelt fehlt völlig. Nicht alles, was Geld einbringt, hat eine moralische oder volkswirtschaftliche Daseinsberechtigung. Bei so viel geballter Weisheit, würde man schon das ein oder andere selbstkritische Wort erwarten. Dennoch eine empfehlenswerte und durchaus unterhaltsame Lektüre. Das kleine Neutrali im Anhang an das Smiley wird Herr Kostolany lächelnd wegstecken können. |
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KINO: "CUBE" Sinnlos sei die Handlung des Films, so eine vorweg genommene Aussage aus dem selben. Dies ist weder eine philosophische Erkenntnis noch eine rhetorische Floskel, sondern die Wahrheit. Sechs von sieben Personen sterben in einer Tötungsmaschinerie, die nur deswegen betrieben wird, weil sie da ist. Gleich zu Anfang, ein makaberer Einstieg: Nichtsahnend, wie der erwartungsvolle Kinobesucher, wird ein erstes Opfer in wenigen Sekunden in kleine Würfel geschnitten - CUBE, Würfel - sehr originell (?). In einem Labyrinth aus Würfeln treffen einige Menschen aufeinander und kämpfen sowohl gegen die tödliche Maschinerie als auch gegeneinander. Niemand weiß, wie sie dort hinein gelangt sind und niemand erfährt es während des Films. Es werden so wenige Informationen offen gelegt, dass keine intellektuelle Spannung aufkommt. Wie bei den Darstellern, herrscht bald blankes Entsetzen beim Zuschauer darüber, auf welch grausame Art einer nach dem anderen im Film umkommt. Der Film zielt auf niedere Instinkte, ist psychologisch kaum anspruchsvoll und dürfte mit sieben Schauspielern und mit (theoretisch) nur einem Raum sehr billig in der Herstellung gewesen sein. Wer darauf hoffte, dass der Kinobesucher "gefesselt" sein würde vom Film, sollte sich fragen, ob es nicht lähmende Angst vor dem nächsten Raum mit seinen Todesfallen gewesen sein könnte. Bei meinem Kinobesuch gab es am Filmende keine "Frühaufsteher". Sogar die wenigen Hartgesottenen, die einige Special-Effects anfangs mit coolen technischen Erklärungen abtaten, blieben noch fast zwei Minuten sitzen - selbst wenn sie nur gelähmt waren, von der Frage: Warum das Ganze? Ein Hinweis auf das WARUM sind vielleicht die 10 Mark Eintrittsgeld, die sicher nicht ganz sinnlos ihren Besitzer gewechselt haben. Ein handfestes Übli mit nachvollziehbarem Brechreiz... |
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BÜCHER: Joanne K. Rowling, "HARRY POTTER...", Bände 1 bis
4 Als Kinderbuch verkauft, ebenso aufgemacht, aber ein Bestseller, wie es ihn in der Sparte Kinder- und Jugendbuch noch nie gegeben hat. Den Erfolg bescherten der Autorin Joanne K. Rowling aber nicht allein die "kleinen" Leser, sondern auch die Erwachsenen, die inzwischen mindestens ebenso begeisterte Leser der Abenteuer von Harry Potter und seinen magischen Freunden geworden sind. Die Geschichten spielen in der Welt der Hexen und Zauberer, wobei die oft witzige Ironie der Schilderungen einen weiteren Reiz zum Lesen darstellt. Mit Sicherheit sind es aber die packenden Erlebnisse, die Harry immer wieder in Schwierigkeiten und die jungen und alten Leser zum Weiterschmökern bringen. Action, Machtgier und Intrigen spielen hier eine eben so große Rolle, wie in manchem Polit-Thriller. Die Originalität der Autorin ist kaum zu überbieten, die Struktur der Stories nach meisterhaftem Strickmuster. Joanne K. Rowling versteht es Spannung aufzubauen. Vielleicht deswegen, vielleicht aber auch wegen der nicht allzu leichten Sprache, sind die Bücher für Kinder unter 10 Jahren nur bedingt zu empfehlen. Der dritte und vierte Band bauen sich sogar recht kompliziert auf. Die ersten vier Bände "Harry Potter und der Stein der Weisen", "Harry Potter und die Kammer des Schreckens", "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" und "Harry Potter und der Feuerkelch" sind zwar mit 14,50 bis 22,50 € nicht billig, aber ihr Geld Wert. Der fünfte Band soll Mitte 2002 erschienen. Der Kinofilm des ersten Teils war international ein großer Erfolg, konnte aber inhaltlich nur einen Teil des Buchs wiedergeben. Die vier ersten Bände von Harry Potter erhalten, trotz des hohen Verkaufspreises, durchgehend ein verdientes Strahly. |
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