Rennraderlebnis 2006 Vom Gardasee nach Sizilien


Hallo Jürgen,
hallo Paul!

Erst mal möchte ich mich noch für die tolle Tour nach Sizilien bei Euch bedanken. Es war ein Trainingslager der besonderen Art. Ich wollte mal was anderes machen. Trainingslager auf Male (Mallorca) oder auf Lanzarote laufen immer im selben Muster ab. Du fährst halt täglich deine Runden und versuchst die notwendigen Tageskilometer irgendwie zusammen zu bekommen. Vor allem wird es dann hinten raus immer schwerer die Motivation zu haben. Es ist ja auch täglich das gleiche. Die Strecke vom Hotel und zurück zum Hotel kennt man bereits im Schlaf. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr ein derartiges Trainingslager zu machen. Der "innerliche Zwang" und das "du musst" ließen mich sehr oft an der Effektivität eines solchen Trainingslagers zweifeln. Bis ich dann in unserer Tageszeitung auf einen Bericht im Sportteil gestoßen war. "Vom Gardasee nach Sizilien" in 7 Tagen 1400 Kilometer mit Jürgen Hauber. Da war ich hellwach. Was ist das, fragte ich mich. Den Zeitungsbericht habe ich im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen. Hey da gab es endlich mal was das meinen müden Trainingsalltag wieder auf Vordermann bringen würde!

Eine Tour durch den gesamten Stiefel von Italien. Jeden Tag etwas neues, jeden Tag ein anderes Profil, jeden Tag ein anderes Ziel! Geil, das war genau das, was ich suchte. Und so habe ich bei Euch einfach angerufen. Paul sprudelte nur so am Telefon und Jürgen sah das alles sehr realistisch an. Auch er war von der Idee einmal ein anderes Trainingslager, als Profi zu machen, begeistert. Deshalb hatte er auch sofort beim Reiseveranstalter Launer zugesagt hier als Coach mitzuwirken.

Bevor wir starteten lernten wir uns alle noch zuvor kennen. Und dann ging es los. Am ersten Tag starteten wir in aller Frühe Richtung Süden an den Gardasee. Einrollen hieß es. Aus dem Einrollen wurden dann knapp 200 Kilometer. Ja - so begeistert waren wir bereits am 1. Tag. Jürgen musste uns bremsen, denn der Abetone-Paß über das Apennin sollte ja am nächsten Tag noch folgen. Und für die, die am ersten Tag nach 200 Radkilometer noch nicht genug hatten "organisierte" unser Touristiker Paul noch einen schönen Abendlauf über 8 Kilometer. Der 2. Tag war dann allerdings schon die Härte. Der Aufstieg auf den Abetone. Ich bin schon viele Pässe gefahren, aber dass ein Paß, der "nur" bis auf 1200 m geht, so viel Kraft kostet, das hätte ich nicht geglaubt. Deshalb sind wir auch gerne dem Rat von Jürgen gefolgt "cool" zu machen. Es warteten ja noch weitere 1000 Kilometer in 5 Tagen....

Und so vergingen die Tage wie im Flug. Die Verpflegung unterwegs war excellent. Alles mit dabei? Kraftriegel, Obst, Isotonische Getränke vom feinsten. Eben echte "Profi-Nahrung". Unser Busfahrer Peter mit guten 120 Kilogramm auf den Rippen konnte es nicht fassen, dass wir manchmal schneller am vereinbarten Treffpunkt waren wie er mit seinem super Fernreisebus. Er hat uns ebenso als Mechaniker bestens betreut. Kaffee und Kuchen gab es auch noch. In welchem Trainingslager wartet mit einem "Smiling" einer vom Team auf die "Meute" und hat das Tischlein gedeckt? Kaffee und Kuchen, Joghurt, Bananen auch deftiges wie Wiener Würste mit Brot usw. Es gab alles - und alles war dabei! Ich konnte das nicht glauben. In manchem Trainingslager wird eine nette Liste geführt. Jeder Riegel kostet dann extra noch einmal 3,- EUR. In einer Woche kommt da mächtig was zusammen. Was auch noch zu erwähnen war. Unser Top-Fernreisebus war mit WC ausgestattet. In nahezu allen Trainingslagern kannte ich die sogenannten Büsche. Auf dieser Tour war diese Sorge makulatur!

Betreuung durch 2 Profis. Jürgen als ehemals Deutscher Meister auf der Langdistanz im Triathlon und was weiß ich wie vielen internationalen Ironmans und Paul als Touristiker mit über 20-jähriger Erfahrung im internationalen Reisegeschäft. Hey die 2 pumpten uns voll. Auf der einen Seite mit Trainingsideen, Trainingssteuerung und auf der anderen Seite mit prägnanten geschichtlichen Daten über Land und Leute. Immer die richtige Mischung zur rechten Zeit. Einfach genial. Und das mit Spaß und viel guter Laune...

Das großartigste für mich auf der Tour war mit meinem Rennrädle allerdings die Amalfi-Küste. Paul hatte uns schon darüber erzählt., wie schön die Küste, die schönste der Welt und und und. Ja, ja dachte ich mir, eigentlich kann man das was wir bis jetzt schon erlebt haben nicht mehr überbieten. Die Fahrt über den Apennin, die Fahrt zum schiefen Turm von Pisa, die Via Aurelia - immer dem Meer entlang. Das Einfahren nach Rom auf den Petersplatz besorgte mir Gänzehaut - ein Gefühl, dass ich bis jetzt auf einer Rennradtour noch nicht erlebt habe. Und jetzt war noch mehr zu erwarten? Kann nicht sein. Doch es kam wie es kommen musste. Die wohl schönste Küstenstraße der Welt mit dem Rennrad zu fahren ist ein Genuss der obersten Güte. Paul warnte uns, da die Strecke sehr viele Höhenmeter aufweist und dass wir uns nicht übernehmen sollen. Die Ausblicke hinüber auf den Golf von Neapel und den Vesuv, auf die Insel Capri und letztlich die Ausblicke der Amalfiküste war so was von phantastisch, da merkten wir gar nicht, dass wir jede Steigung wie im Flug nahmen. Die Tempel von Paestum, die schönsten der Welt. Wunderbare Naturschutzgebiete in Italien, die keiner kannte - "nur Jürgen und Paul". All die Erfahrungen mit klasse Hotels und einer tollen Truppe ließen diesen Urlaub wie im Flug vergehen. Habe ich Urlaub geschrieben? Es war natürlich ein Trainingslager der besten Güte. Und da bleibe ich dabei. Da müssen sich die ganz großen Anbieter einiges einfallen lassen um an diese Leistungen heranzukommen. Es war ein Abenteuer!

Der letzte Blick von Kalabrien hinüber auf die Straße von Messina, hinüber nach Sizilien ließ mich vor Freude fast "erzittern". Hey, wir hatten es alle geschafft. Die einen mit über 1000 Kilometern, die mittlere Gruppe mit rund 1200 Kilometern und die "ganz wilden" mit Über 1300 Kilometern in 7 Radtagen! Die Erholung auf dem luxeriösen Fährschiff von Palermo nach Genua glich einer Kreuzfahrt. Es war genial. Ich wünsche Euch für die Zukunft weiterhin so viel Spaß und Erfolg wie bei dieser Tour. Mein bestes Trainingslager - da gibt es nichts daran zu deuteln.

Zum Schluss kann ich eines noch versprechen, ich werde mit Sicherheit in den nächsten Jahren die selbe Tour nochmal und auch andere Rennradtouren bei Paul buchen, es war und bleibt in meinen Erinnerungen bis heute einfach ein bisher einmaliges Erlebnis.


Johannes



Gardasee - Silizien. Der Weg ist das Ziel. Genau so war's.


Als ich die Ausschreibung der Tour sah, ließ mich diese nicht mehr los. Nur kamen immer wieder Zweifel auf, ob ich mir das zutrauen könne. Bin ja nicht unfit und fahre eine ganze Menge Radkilometer im Jahr, aber 1400 km in einer Woche, das sind 7 x 200 km pro Tag? Ganz schön heftig. Und wie soll ich als ambitionierte Hobbyradlerin und Frau mit einem Spitzensportler wie Jürgen Hauber mithalten?

In der Ausschreibung hieß es, es gäbe zwei Gruppen. Die schnelle mit Jürgen Hauber und eine zweite, die so 100 km am Tag bewältigt. Dass ich mit Jürgens Gruppe nicht würde mithalten können war klar, aber 100 km am Tag, das war mir ganz eindeutig zu wenig. Dafür brauche ich keinen Urlaub zu nehmen. Das schaffe ich im Sommer auch an einem normalen Arbeitstag.

Also rief ich einfach mal bei Launer Reisen an. Eine weise Entscheidung. So ein persönliches Gespräch wirft doch oftmals ein ganz anderes Licht auf die Sache. Paul war sich ganz klar, dass das genau das Richtige für mich sei und ich ganz bestimmt auf meine Kosten käme. Er schicke mir mal die Detailausschreibung und ein paar Zeitungsartikel. Ja, und am besten schicke er mir auch gleich die Anmeldebestätigung mit. In Ordnung, meinte ich. Und ich bin heute noch froh, dass alles so kam.

Es war eine super tolle erlebnisreiche Tour mit Pioniercharakter. Ein kleines Abenteuer. Alles super ausgearbeitet und organisiert, täglich neues Kartenmaterial mit Streckenangaben. Immer wieder stand irgendwo Peter (ein genialer Fahrer ! Und Mechaniker !) mit dem Bus. Dann gab's Getränke- und Riegelnachschub, Mittagessen, Obst, Kaffee und Kuchen. Es hat an nichts gefehlt. Man brauchte sich um nichts zu kümmern, einfach nur Rad zu fahren.

Die Gruppe hat super harmoniert. Letzten Endes gab es verschiedene "Untergruppen" und jeder fuhr soviel und so schnell er konnte. Aber, man fuhr nie alleine. Mindestens zu zweit oder mehr. Denke, es waren vielleicht einfach auch Kavaliere dabei, die mich oft im Windschatten mitgezogen haben. Aber, da habe ich gut mitgehalten. Zwischendurch kamen wir aber immer wieder mal am Bus zusammen. Sei es zum Mittagessen oder spätestens, wenn der Radfahrtag zu Ende ging und wir zu unserem nächsten Hotel fuhren. Wer mal nicht mehr konnte oder wollte oder auch wenn die Zeit knapp wurde, fuhr dann halt mal eine Etappe im Bus. Alles kein Problem.

Die 1400 km hat am Ende keiner geschafft, da uns ein Regentag die wunderschöne Abfahrt vom Abetone hinunter vermasselt hat. Landschaftlich einfach genial, aber es wäre aufgrund der Nässe und den schmierigen Straßen bei all den Serpentinen zu riskant gewesen. Standen wir doch noch ganz am Anfang unserer Tour. Da wollte Paul einfach kein Risiko eingehen.

Das war aber schnell vergessen, schließlich fuhren wir gen Süden. Ein schneller Capuccino in Pisa und schon ging's weiter. Und ehe wir uns versahen standen wir in Rom auf dem Petersplatz ! Ein wenig wie in Trance. Alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, mit dem Rennrad in eine Metropole wie Rom, bekannt für ihren chaotischen Verkehr, reinzufahren. Aber, in der Gruppe ist man einfach stark. Und außerdem hat Paul wirklich eine geniale Wegführung ausgearbeitet. Hut ab. Und, die Italiener sind Radfahrern gegenüber schon auch sehr tolerant. Als wir an einer riesigen 4-spurigen Straße links ab zum Petersplatz mussten, haben alle Autos gewartet, bis wir abgebogen waren. Kaum zu glauben.

Die Landschaften und Szenerien wechselten und ehe wir uns versahen, war die Woche um und wir auf dem Schiff von Palermo nach Genua und auf der Autobahn zurück nach Deutschland. Wie schade ! Aber, toll war's ! Die Gruppe ist zusammengewachsen, wir hatten viel Spaß und waren alle mit unseren Leistungen rund um zufrieden. Ich habe 1170 km geschafft. Konditionell wäre mehr drin gewesen, aber zeitlich eben nicht. Viel Zeit für Kultur, Shoppen, Cafébesuche etc. blieb nicht. Aber, wer diese Tour bucht, will eh nur eines: Beim Pedalieren die vorbei ziehende Landschaft genießen und abends zufrieden ins Bett fallen und wenn er nach Hause kommt die vielen Erlebnisse Revue passieren lassen.


Gabi




Herzlichen Dank für die interessanten Berichte von Gabi und Johannes. Was aktuell bei Launer-Reisen läuft, erfahrt ihr auf der Homepage von Launer-Reisen.